Seit sechs Jahren bereits ist Meinerzhagen eine von über 900 Kommunen, Landkreisen und Gemeinden in Deutschland, die das Fair-Trade-Siegel tragen dürfen. Damit erfüllt die Stadt alle notwendigen Voraussetzungen, darunter eine bestimmte Anzahl an Verkaufsstellen, die faire Produkte anbieten, und leistet einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Was das im Einzelnen bedeutet? Verschiedene Aktionen zahlen auf das gemeinsame Vorhaben ein – das wird bei einem Überblick deutlich.
Weltladen Meinerzhagen: Mehr als „nur“ ein Geschäft für fairen Handel
Mitten in der Innenstadt setzt sich der Eine-Weltladen für globale Gerechtigkeit ein. Ziel des Teams ist es, diese zentralen Anliegen weiter im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. „Uns ist wichtig, dass alle an der Produktion, dem Handel und dem Verkauf Beteiligten auf Augenhöhe sind“, unterstreicht Rotraud Berges vom Weltladen: „Das sonst übliche Gefälle zwischen denen, die geben, und denen, die nehmen, gibt es bei uns nicht.“ Und Cornelia Augustin ergänzt: „Die Welt ein Stück weit besser zu machen, um etwas mehr Gerechtigkeit zu ermöglichen, ist unser Ziel.“ Der Schlüssel dazu sei, da ist sich das Team des Weltladens einig, die Bildung. An dieser Stelle fließen auch eigene Erfahrungen mit ein. Regina Löper Kappes: „Und diese rund um den Globus in allen Teilen der Welt zu erreichen, das ist mit Hilfe von Fairtrade möglich.“
Zwar sind fair gehandelte Produkte inzwischen auch in Supermärkten erhältlich, doch das Konzept des Weltladens geht noch darüber hinaus. Denn hier stehen neben dem Verkauf vor allem Transparenz und Aufklärung im Mittelpunkt: Kundinnen und Kunden erfahren, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden und wie groß der tatsächlich faire Anteil ist. Besonders Preisunterschiede zu anderen Produkten lassen sich so nachvollziehbar einordnen.
Vor allem im Non-Food-Bereich wächst das Interesse stetig – und doch: Trotz dieser Fortschritte sehen die Engagierten weiterhin Potenzial. Vor allem die Bildungsarbeit soll künftig ausgebaut werden, um das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und faire Handelsstrukturen weiter zu stärken. Wie sich beispielsweise ein globales Konzept lokal greifbar machen lässt, zeigt der Weltladen immer wieder durch verschiedene Projekte und Aktionen. Dabei werden einzelne Länder oder Regionen in den Fokus gerückt, um Hintergründe zu vermitteln und konkrete Einblicke zu ermöglichen: Jede und jeder Einzelne kann im Alltag einen Beitrag leisten – wer bewusst einkauft, unterstützt faire Handelsstrukturen oft schon mit kleinen Entscheidungen.
Lokale Steuerungsgruppe ist breit vernetzt
Auch eine lokale Steuerungsgruppe ist in Meinerzhagen seit sechs Jahren aktiv, um das Thema voranzubringen und es an möglichst vielen Stellen ins Augenmerk zu rücken. Neben Privatleuten sowie Vertretern von Organisationen, Vereinen und Institutionen sind Kristin Becker vom Stadtmarketing Verein und Eric Ludewig, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Meinerzhagen, in diesem Zusammenhang engagiert. Sie setzen sich dafür ein, Fair Trade zu etablieren – zum Beispiel in Form von Schoko-Nikoläusen beim Adventsmarkt, bei Gastgeschenken auf Veranstaltungen oder dem Kauf von Produkten, die im Rathaus genutzt werden. Wichtig sei, so die Akteure der Steuerungsgruppen, immer wieder die Verbindungen innerhalb der Stadtgesellschaft aufzugreifen, um Fair Trade präsenter zu machen.
Steter Tropfen höhlt den Stein – seit sechs Jahren in Sachen Fair Trade unterwegs
Dass diese Arbeit in jeder Hinsicht nachhaltig ist, zeigt sich immer wieder, denn über alle Bereiche in der Stadt kommt die Botschaft der Beteiligten mehr und mehr an: Es lohnt sich, beim Einkauf genauer hinzuschauen und dem fairen Handel offen zu begegnen. Dafür engagieren sich Einzelhändler, Unternehmen, Einrichtungen und Menschen gleichermaßen.
Mehr Infos zum Thema finden Sie auf der Fairtrade-Seite der Stadt Meinerzhagen sowie bei Fairtrade Deutschland.
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