Wie können wir unsere Innenstädte neu beleben? Dass Stadtzentren angesichts des sich verändernden Alltags- und Einkaufsverhaltens neue Impulse brauchen, um Anziehungspunkte zu bleiben, ist auch hier in Meinerzhagen deutlich erkennbar. Wenn auch nicht mit solcher Wucht wie in anderen Kommunen, so zeigt sich doch auch hier, dass leerstehende Ladenflächen nicht so einfach neu vermietet werden und dass es Geschäftsleuten immer schwerer fällt, gegen die Konkurrenz aus dem Internet zu bestehen.
Gerade in der Meinerzhagener Innenstadt ist in den vergangenen Jahren aber insgesamt viel passiert, um sie attraktiver zu gestalten: Die Fußgängerzone wurde aufgewertet, Hausfassaden saniert und der Volkspark mit seiner Villa neugestaltet. Gleichzeitig befindet sich das Projekt „Neues Innenstadtquartier“ mitten in seiner Umsetzung. Wie also kann man das „Problem Leerstand“ genau jetzt neu denken? Und welche langfristigen Lösungsansätze bieten sich zur Belebung der Innenstadt im Einklang mit unseren Vorstellungen als Stadtgemeinschaft?
Diese Frage stellte sich Till von Pock für seine Abschlussarbeit im Fach Integrated Design an der TH Köln. In seiner Bachelorarbeit liefert er Antworten und Ideen, zugeschnitten auf Meinerzhagen: Unterstützt durch Stadt und interessierte Bürgerinnen und Bürger entwickelte er ein Konzept für eine „Innenstadtnutzung der Zukunft“, das jenseits von traditionellen Geschäften neue Wege geht. Der Fokus lag dabei auf der Fußgängerzone und insbesondere der Derschlager Straße.
Was könnte unternommen werden, um Leerstände zu beheben und das Gefühl zu stärken, dass man sich gerne in der Innenstadt aufhält? Unabhängig von Einkaufsmöglichkeiten könnten dies, so stellt Till von Pock in seiner Arbeit heraus, alternative Nutzungsangebote sein: Welche Angebote würden die Menschen sich also wünschen? Wie und wo könnten diese umgesetzt werden und können dadurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt sowie der verfügbare Raum neu belebt werden? Ein „Wohnzimmer“ für die Stadt zu schaffen, ist die zentrale Idee für ein Angebot, in dem man aktiv zusammenkommt und das als Knotenpunkt für ein Netzwerk dient, von dem aus die Einwohnerinnen und Einwohner den vorhandenen freien Raum in der Innenstadt neu nutzen können: So entstehen in leerstehenden Lokalen neue Angebote und Anlässe, um zusammenzukommen; offene Werkstätten und Ateliers, Gaming- und digitale Arbeitsbereiche, Vorführungen können darüber etabliert werden – ganz auf die Wünsche, Ideen und Anforderungen der Menschen zugeschnitten, die die Entwicklung selbst steuern. Im Sinne einer langfristigen Entwicklung schlägt Till von Pock darüber hinaus vor, das neue Netzwerk in das bestehende Angebot der Stadtbücherei zu integrieren und so in den städtischen Institutionen zu verankern.
Die Idee hakt also an verschiedenen Stellen ein und wirkt ganzheitlich: Neue Anlässe für niederschwellige Begegnungen entstehen, bei denen Leerstand nicht (nur) als Problem, sondern als Ressource begriffen wird. Die Ergebnisse der Abschlussarbeit werden weiterverfolgt: Denn die Meinerzhagener Innenstadt steht auch weiterhin nicht nur vor Herausforderungen wie Leerständen auf der einen Seite, sondern wird auf der anderen Seite in den kommenden Jahren weiter ausgestaltet. Insbesondere vor dem Hintergrund des Stadthallen-Projekts bieten die Ideen also spannende Impulse für die Zeit nach dessen Umsetzung. Wenn Sie sich für die Arbeit von Till von Pock interessieren, sprechen Sie ihn gerne an! Die Arbeit selbst finden Sie hier zum Download.
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