Stadt Meinerzhagen überträgt 192 Kilometer Kanalnetz an den Ruhrverband

Die Stadt Meinerzhagen überträgt zum 1. Januar 2027 das wirtschaftliche Eigentum am Kanalnetz an den Ruhrverband. Bürgermeister Jan Nesselrath und der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands, Prof. Christoph Donner, haben am 29. September 2026 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Übertragen werden 192 Kilometer Kanalnetz einschließlich elf Pumpwerken und weiterer Sonderbauwerke, für die der Verband insgesamt einen Ausgleichsbetrag in Höhe von rund 55 Millionen Euro zahlt. Die zur Übertragung notwendige verbandsrechtliche Genehmigung hatte das nordrhein-westfälische Umweltministerium bereits am 27. Mai 2026 erteilt.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist ab dem 1. Januar 2027 der Ruhrverband Ansprechpartner für die Unterhaltung der Kanalisation. Die Gebührenhoheit verbleibt bei der Kommune, die damit für Fragen zu den Gebührenbescheiden zuständig ist. Auch die Planungshoheit über notwendige Kanalbaumaßnahmen liegt weiterhin bei der Stadt Meinerzhagen. Alle relevanten Kontaktdaten sind auf deren Internetseite zu finden: https://www.meinerzhagen.de/rathaus/planen-bauen-wohnen/strassen-abwasser-gewaesser/abwasser

Das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen legt fest, dass Städte und Gemeinden das auf ihrem Gebiet anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser beseitigen müssen. Insgesamt acht Kommunen – darunter Hattingen, Meschede und zuletzt Halver – haben diese Abwasserbeseitigungspflicht bereits auf den Ruhrverband übertragen. Nun hat sich auch die Stadt Meinerzhagen zu diesem Schritt entschieden. Im Rahmen der Übertragung übernimmt der Verband auch den Betrieb und die Unterhaltung der Teile des Kanalnetzes, deren Abwasser in das Gebiet des benachbarten Aggerverbands abfließen.

Mit dieser Übernahme erweitert der Ruhrverband seine Tätigkeit im Bereich der Abwasserableitung und -reinigung. Durch die räumliche Nähe zu den bereits betreuten Kanalnetzen in Ennepetal, Halver und Schalksmühle kann der Ruhrverband Planung, Betrieb und Bereitschaftsdienst bündeln: Die Betriebssteuerung erfolgt von den Standorten Volmetal und Biggetal, die die telefonische Erreichbarkeit bei Notfällen auch außerhalb der regulären Dienstzeiten sicherstellen. 

Neben den daraus entstehenden Synergien setzt der Ruhrverband auf den nachhaltigen Erhalt der Infrastruktur und eine langfristig verlässliche Gebührenentwicklung. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts darf der Wasserverband keine Gewinne erwirtschaften und wird steuerlich analog zu den Kommunen behandelt.

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