Meinerzhagen persönlich

Meinerzhagen – rund 21.000 Menschen leben und arbeiten hier, darunter gut 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Sie kümmern sich darum, dass unser Alltag funktioniert. Ein guter Grund, Ihnen einige von ihnen vorstellen. Den Anfang machen zum Sommer-Saisonauftakt Armin Langemann und Carina Dittmer aus unseren Freibädern. Meinerzhagen und ich: Die Möglichmacher!

Sommer, Sonne, Freibadzeit – Mit Armin Langemann und Carina Dittmer durch den Tag

Mit Baywatch hat ihr Alltag nichts zu tun: Sie sind viel mehr als „nur Bademeister“ in unseren Freibädern – sie sind: Aufpasser, Sportlehrer, Chemiker, Physiker, Gärtner, Mikrobiologen, Ingenieure und Lebenskünstler, manchmal sogar Psychologen und Erzieher: Armin Langemann und Carina Dittmer sind die guten Seelen der Freibäder in Meinerzhagen und Valbert – und das mit Haut und Haar. Denn ihr 10-Stundentag ist vor allem eins: abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut.

Vom ersten Vogelzwitschern bis zum Sonnenuntergang

„Tatsächlich ist bei uns kein Tag wie der andere, und das macht unseren Job auch ganz einfach aus“, stellt Bäderbetriebsleiter Meinerzhagener Urgestein Armin Langemann direkt klar. Es ist ein neblig-kalter Morgen im Freibad Meinerzhagen, und er sitzt mit seiner Valberter Kollegin, Schwimmeisterin Carina Dittmer, im 15-Quadratmeter-Büro am Bad in der Oststraße zur Lagebesprechung zusammen. Es ist erst 10.00 Uhr, und doch ist der Arbeitstag schon fast fünf Stunden alt. Aktenordner stapeln sich neben Kalender, Kaffee-Maschine und technischen Gerätschaften, deren Zweck für den Laien ein Geheimnis bleibt. Bislang haben die kalten Nächte dem Freibadbetrieb einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber nun beginnt endlich die Bade-Saison. Alles wurde sorgfältig vorbereitet: Die Becken sind gesäubert, das Wasser eingelassen. Die Pumpen und Anlagen laufen, die Liegewiese ist zwar noch nass, aber ansonsten bereit. „Es kann losgehen“, freuen sich die beiden. Dann heißt es für sie, gut fünf Monate praktisch durchzuarbeiten. Ihr Lebensmittelpunkt werden die Freibäder sein.

Geschicktes Händchen für die Arbeit, offenes Ohr für die Besucher

Wenn Armin Langemann und Carina Dittmer von ihrer Arbeit erzählen, fällt vor allem eins auf: Die beiden lieben ihren Beruf – noch immer, nach vielen Jahren, können sie sich nichts anderes vorstellen. 13 Jahre sind es inzwischen für Carina Dittmer in Valbert, und Armin Langemann legt sogar noch einen drauf: Er ist mit 23 Jahren auf dem besten Weg zum Silberjubiläum in „seinem Freibad“. Und das, obwohl der Arbeitstag anstrengend ist: Um halb sechs fällt der Startschuss mit einer Inspektion der Technik, Überprüfung der Wasserqualität und anderen Vorbereitungen für den Schwimmtag. Der beginnt um 7.30 Uhr mit der Ankunft der „üblichen Verdächtigen: Unsere Frühschwimmer sind ein eingeschworener Verein, da kennen wir jedes Gesicht.“ Wenn um 10.00 Uhr das Freibad an der Oststraße seine Türen wieder schließt, ist für Armin Langemann die Zeit gekommen, sich um Verwaltungs- und organisatorische Angelegenheiten zu kümmern, bis die Berufstätigen in ihrer Mittagspause zum sportlichen Zwischenspiel kommen und schließlich mit Schulschluss von der Jugend abgelöst werden. Für die gibt es kaum etwas Besseres, als bei schönem Wetter den Tag im Wasser zu verbringen – „genauso wie es bei uns früher auch war“, freut sich Carina Dittmer. Sie weiß davon ein Lied zu singen: Für sie gab es niemals etwas anderes als das Leben als Schwimmmeisterin, betrieb doch ihre Großmutter schon den schwimmbadeigenen Kiosk in Gummersbach – „das waren immer tolle Sommer. Die haben wir komplett im Freibad verbracht, und das hat mich für alle anderen Berufsbilder ganz einfach verdorben“, lacht sie. Zwar ist der Ton, wie überall zu beobachten, am Beckenrand bisweilen rauer geworden, aber es sind auch Freundschaften entstanden. „Vor allem die Frühschwimmer sind im Laufe der Zeit zur erweiterten Familie geworden“, sagen Armin Langemann und Carina Dittmer unisono. „Man teilt den Alltag, man teilt die Sorgen und man teilt auch die Aufregung, wenn zur WM oder EM angepfiffen wird“, lacht die Wahl-Valberterin aus Überzeugung, die sich seit Jahren mit „ihren“ Frühschwimmern zum Fußballschauen trifft.

Wenn dann abends die letzten Gäste nach Hause gehen, folgt Teil drei des Tagwerks: aufräumen, saubermachen und – wieder – die Technik überprüfen. Erst dann können auch die beiden Schwimmmeister den Heimweg antreten. Ein echter Arbeits-Marathon also, bei dem Alleskönner gefragt sind: „Tatsächlich wissen wir von allem etwas“, erklärt Armin Langemann zwischen zwei Anrufen. „Chemie, Mikrobiologie, Ingenieurkenntnisse und Gartenbau gehören bei uns genauso dazu wie die Beckenaufsicht. Erzieher sind wir leider auch bisweilen, wenn wir zum Beispiel erklären müssen, was ein Abfalleimer ist. Das ist aber zum Glück der kleinste Teil unserer Arbeit.“ 

Erste Adresse im Sommer: Beckenrand und Technikraum

Und wie sieht es mit Freizeit aus? Angesichts von fast 30.000 Schwimmbesuchern in Meinerzhagen und gut 11.000 in Valbert allein im Rekordsommer des letzten Jahres ist davon in der Saison kaum die Rede. Vor allem die Stunden mit ihren Familien genießen die beiden dann, wobei man sie im Sommer deutlich mehr im Freibad als auf der Couch antrifft. „Armin ist da allerdings im Vorteil“, weiß Carina Dittmer. Denn seine Frau Sabine steht ihm seit vielen Jahren im Freibad Meinerzhagen zur Seite.

Und so haben die beiden Ihr Arbeitsleben den Meinerzhagener und Valberter Wasserratten verschrieben. Wenn Ende September die Saison zu Ende geht, heißt es einwintern: Dann werden Spielgeräte und Strandkörbe eingeräumt, die Technik überprüft, die Pumpe überholt und andere Handgriffe abgearbeitet, bis Ende November die Lichter für längere Zeit ausgemacht werden. Bis März heißt es ausspannen, die Ruhe genießen und, schon bald, wieder Vorfreude auf die nächste Saison spüren. Schwimmmeister im Freibad, das ist mehr als Baywatch. Für Armin Langemann und Carina Dittmer ist es eine Berufung. Sie haben in ihren Freibädern alles voll im Griff.