Die Jesus-Christus-Kirche
Im Jahre 1067 wird erstmals eine Kirche in Meinerzhagen erwähnt. Es wird vermutet, dass etwa vom Jahre 1000 bis 1220 eine Holzkirche auf dem Platz gestanden hat. Dies läßt sich aber urkundlich nicht einwandfrei belegen. In der Zeit um 1220 wurde mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen. Sie wurde damals "unser liewen vrouwen Kerke toh Meinertzhagen" genannt und war eine berühmte Marien- und Wallfahrtskirche. Viele Prozessionen kamen um das wundertätige Marienbild (vermutlich eine Holzplastik) zu sehen und die Heiligenreliquien im Heiligenhäuschen auf dem Friedhof zu verehren.
Die besondere Bedeutung der Kirche wird auch dadurch deutlich, dass sie fünf Vikarien besaß.
Während der Reformation, gegen 1657, wurde die Kirche von den Evangelischen übernommen. Sie wurde nun einfache evangelische Kirche, oder "Die alte Kirche" genannt. Erst als 1967 mit der Johanneskirche eine zweite evangelische Kirche in Meinerzhagen entstand, erhielt die alte Kirche den Namen "Jesus-Christus-Kirche".
Als Besonderheit kann man die Bauweise bezeichnen. Während andere in dieser Zeit gebaute Kirchen in der Umgegend Hallenkirchen sind, wurde die Jesus-Christus-Kirche als Rheinische Emporenbasilika ausgelegt. Diese Bauweise wurde wahrscheinlich gewählt, damit man Platz hatte für die vielen Wallfahrer.
1474 konnte dank einer Stiftung von drei Kölner Junggesellen ein größerer Umbau erfolgen. Ob man den Umbau aus Platzmangel oder aus einer allgemeinen Baueuphorie heraus in Angriff nahm, läßt sich heute nicht mehr genau bestimmen.
Nach dem 30jährigen Krieg wurde die Kirche unterteilt und zum Teil als Wohnung, vermutlich für die Vikare benutzt.
Dem großen Brand von 1797 viel das Dach der Kirche, das Gewölbe und der Turm zum Opfer. Der Turm wurde erst 1816 wieder aufgebaut.
1846 wurde die Kirche nochmals umgebaut, um der wachsenden Bevölkerungszahl und dem intensiven kirchlichen Leben gerecht zu werden.
1902 begann man mit einer Reihe von Renovierungen, die 1936 fortgesetzt wurden. Die letzte Renovierung im Jahre 1968 ergab sich aus der Notwendigkeit, für die neue Orgel einen geeigneten Platz zu finden.
Das einzige Ausstattungsstück aus der Entstehungszeit der Kirche, das sich heute noch in ihrem Besitz befindet, ist das steinerne Taufbecken. Der Taufstein ist rheinischen Ursprungs. Er gehört zu einer Typenfamilie, die im Rheinland weit verbreitet war. Er muss etwa gleichzeitig mit der Kirche entstanden sein.





