Die Attahöhle

Es war eine aufregende Sache am 19. Juli 1907. Nach einem Sprengschuß in den ehemaligen Biggetaler Kalkwerken war ein höchst seltener Berg freigelegt. Mit Laternen und Stricken bewaffnet, glichen die Steinbrucharbeiter beim ersten Einstieg abenteuerlichen Höhlenforschern. Wie gebannt standen sie vor einem Wunder der Natur, das in Jahrmillionen gewachsen und geformt wurde. In dem Steinbruch wurde die Arbeit eingestellt und fleißig machte man sich an die neue Aufgabe. Die unterirdische Wunderwelt wurde für die Menschen erschlossen. Sie steckt nach wie vor voller Geheimnisse, verzaubert jährlich rund 400.000 Besucher aus aller Welt und steht mit ihren 91 Jahren als »Märchen-Fee« in dem Ruf, immer noch »Höhlen-Jungfrau« zu sein. Mit zunehmendem Alter gewinnt sie an Faszination, zieht Urlauber, Abenteurer und Höhlenforscher in ihren Bann.. Die Fachleute sind sich einig: Das Kalkstein-Paradies im Sauerland ist das größte zusammenhängende Höhlensystem Deutschlands! Der »Zauberberg des Sauerlandes«, wenige Monate nach der Entdeckung durch die Steinbrucharbeiter für das breite Publikum freigegeben, sorgte bereits im Mai 1985 für Schlagzeilen, als der Höhlenforscher Elmar Hammerschmidt hinter einem schmalen Spalt im zerklüfteten Felsgestein ein neues, noch größeres, ja geradezu sensationelles Paradies von glitzernden Kristallen, dunkelgrünen Seen, farbenprächtigen Säulen, funkelnden Tropfsteinwäldem und kristallklaren Flüssen entdeckte. Wunder einer unterirdischen Welt, die dem menschlichen Auge über viele Millionen Jahre verborgen blieben. Für die Besucher der "Atta-Höhle" wird es noch Jahre dauern, ehe sie den neuen Teil der »Höhlen-Jungfrau« zu sehen bekommen.
Geologische Entstehung der Höhle:

Tropfsteinhöhlen findet man ausschließlich in Kalkgebirgen (Karst), die sich in Korallenriffzonen des devonischen Meeres gebildet haben. Die wichtigsten wasserlöslichen Gesteine sind Kalk und Karst. Durch reines Wasser werden sie zwar nicht angegriffen, doch Regenwasser ist nicht chemisch rein. Aus der Luft und aus pflanzenbedecktem Boden nimmt das Regenwasser Kohlendioxyd [CO2] auf. Die Verbindung wirkt auf das Gestein wie eine Säure und höhlt das Kalkgestein aus. Ein Netz von Wasseradern entsteht, welches immer größere Hohlräume ausspült. Wer eine Tropfsteinhöhle betritt, wird von einer Vielzahl von Gesteinsbildungen (Sinter) überrascht. Sinterbildung ist der umgekehrte Vorgang der Höhlenbildung. Wasser und CO2 lösen kleine Bestandteile aus dem Felsmassiv heraus und transportieren den Kalk in die Tiefe. In den unterirdischen Hohlräumen gibt das Wasser CO2 frei und kann danach den Kalk nicht mehr halten. Er wird längs des Weges, über den das Wasser läuft, abgegeben. Erfolgt die Ablagerung unter Wasser, entstehen schöne Kristalle. Tropft das Wasser direkt in einen Luftraum, so entstehen Säulen in stehender (Stalagmit) oder hängender (Stalaktit) Form. Wird der Kalk entlang dem Weg an der Decke ausgeschieden, so bilden sich Sinterfahnen (Gardinen). Das Wachstum dieser Gebilde wird auf ca.1 mm in 10 Jahren geschätzt.
Attendorner Tropfsteinhöhle
57439 Attendorn
Telefon: 0 27 22 / 9 37 50
Telefax: 0 27 22 / 93 75 25
Internet: www.atta-hoehle.de




